Verfasst von: perusch Am: 14. Februar 2009
Am 08.04.2009, des weltlichen Kalenders ist Pessach. Auch dieses Jahr bieten wir Ihnen und Ihrer Familien alles, um das größte jüdische Fest gebührend zu feiern. Bis zum 20.02.2009 können Matzen, Matze-Mehl und koschere Weine bestellt und in unseren Räumen an der Havensteinstraße abgeholt werden.
Israelische Matzen – 1000g /4,50€
Matze-Mehl – 454g / 2,70€
Wein (trocken) – 750ml / 7€
Wein (süß) – 750ml / 6€
Bestellungen werden unter der nachfolgenden Telefonnummer entgegen genommen: 0208 – 3862987
Um koscher für Pessach zu sein, unterliegt die Herstellung der Matzen strenger rabbinischer Aufsicht. Jeder verfrühte Kontakt des geernteten Getreides oder des Mehls mit Wasser oder einem anderen Säuerungsmittel muss vermieden werden. Der Backprozess, vom Mischen des Mehls mit Wasser bis zum fertig gebackenen Matze darf nicht länger als 18 Minuten dauern.
Matzen, die sie im regulären Handel erwerben können sind zum überwiegenden Teil nicht koscher und nicht für Pessach geeignet.
Verfasst von: perusch Am: 20. Januar 2009
Als die 90jährige Rosa Masur mit ihrem 67jährigen Sohn und Schwiegertochter aus der gerade zerfallenen Sowjetunion als Kontingentflüchtling zu ihrem Enkel in eine süddeutsche Kleinstadt zieht, sind die Erwartungen hoch. Wohlstand, Freiheit, Rechtssicherheit und Kontakte zum ehemaligen Feind und jetzigen Freund sind die Versprechungen der neuen Heimat Deutschland. Aber die Wirklichkeit sieht anders aus: Bei einem Stadtausflug wird die alte Dame mit Fremdenfeindlichkeit gegenüber einem afrikanischen Studenten konfrontiert.
Der Wohlstand besteht in einer winzigen Wohnung für drei Personen, das Grundsicherungsgeld reicht kaum für den Lebensunterhalt und die Kontakte zu Deutschen beschränken sich wegen der mangelnden Sprachkenntnisse auf unpersönliche Redewendungen. Auch der Enkel, dessentwegen sie auch alle gekommen sind, hat kaum Zeit, denn seine neue deutsche Arbeitsstelle und seine Familie fordern ihn ganz. Da ist es kein Wunder, dass die alte Dame noch einmal über ihr ganzes Leben in Russland nachdenkt. Um ihrem immer kränkelnden Sohn die ersehnte Fahrt nach Südfrankreich ermöglichen zu können, beteiligt sich Rosa an einem Schreibwettbewerb zum Thema der Emigration, den die kleine Stadt zu einem Stadtjubiläum veranstaltet. Durch ihr ganzes Leben ziehen sich die Erfahrungen von Benachteiligung und Verfolgung als Juden. Aus ihrem kleinen Dorf flüchtet sie schon als junge Frau vor den Pogromen der Kosaken. In der Kriegszeit kümmert sie sich um die Evakuierung von Kindern aus dem von den deutschen Truppen eingekesselten Leningrad und erntet auch dafür nur Undank. Als ihr hochbegabter Sohn aufgrund von Quoten für Juden auf keiner Hochschule aufgenommen wird, kämpft sie um seine seelische Gesundheit. Aber trotz aller Schwierigkeiten verliert sie nie den Lebensmut, stets von ihrer liebsten Freundin unterstützt.
In einer lebendigen und realistischen Darstellung versteht es der Autor Vladimir Vertlib, ein langes Leben in die dramatische Geschichte Russlands einzufügen. Kein Geschichtsbuch kann die Ereignisse des 20. Jahrhunderts so spannend und bewegend in ihren Auswirkungen auf die jüdische Bevölkerung darstellen. Dennoch bleiben Liebe, Freundschaft und Vertrauen in jedem Leben das Fundament für eine gute Zukunft.
Vladimir Vertlib wurde in St.Petersburg geboren und hat sich nach verschiedenen Zwischenstationen in den USA und Israel in Österreich/Salzburg niedergelassen. Er schreibt seine Romane und Erzählungen in deutscher Sprache. Seine Hauptthemen sind Emigration, jüdische Identität, Selbstbewußtsein und die dafür notwendige Aufarbeitung der Geschichte Seine Sprache ist lebendig, realistisch und hat die Qualität der großen Erzähler des 19.und 20.Jahrhunderts. Weitere Titel sind: „Zwischenstationen“ und „Mein erster Mörder“.
K.C.
Verfasst von: perusch Am: 18. Januar 2009
Rund 200 Menschen haben am 17.01.2009 in Duisburg, an einer Pro-Israel Kundgebung teilgenommen. Die Liberale Jüdische Gemeinde „Perusch“ gehörte zu den aufrufenden Gruppen.
Nur wenige Stunden später begann in Duisburg-Hochfeld eine von Islamisten angemeldete Demonstration. Dabei wurde gegen den israelischen Staat gehetzt, der Holocaust relativiert und Israel-Fahnen verbannt. Die Lage eskalierte, als fünf Jugendliche am Straßenrand israelische Flaggen zeigten, für gewaltbereite Islamisten eine ungeheure Provokation. Es flogen Flaschen und Knallkörper.
Die Demonstration wurden zunächst in eine Seitenstraße umgeleitet und dann abgebrochen worden.
Verfasst von: perusch Am: 13. Januar 2009
Als der 84jährige Vater, der vor 5O Jahren aus der Ukraine nach Großbritannien emigriert war, seinen beiden zerstrittenen Töchtern mitteilt, daß er die 34jährige Walentina aus der Ukraine heiraten werde, sind sie schockiert. Deshalb beginnen sie einen Kampf um das Erbe des Vaters, aber auch um seine Befreiung aus einer lächerlichen und peinlichen Lage. Aber der eigensinnige alte Mann, der einst ein genialer Konstrukteur von Traktoren war, erlebt gerade seinen zweiten Frühling.
Diese Geschichte hat ein überraschendes, tragikomisches Ende. Die Autorin erzählt mit solchem Humor und lebendigen Dialogen, daß die Lektüre zum Vergnügen wird. Liebe, Alter, Egoismus, Schuldgefühle und gegenseitiges Verständnis sind die Themen dieses Buches.
Marina Lewycka stammt aus einer ukrainischen Familie und wurde nach Kriegsende in einem Flüchtlingslager in Kiel geboren. Sie emigrierte mit ihren Eltern nach Großbritannien. Gegenwärtig unterrichtet sie an einer Universität das Fach „Medienwissenschaft“. Ihr erstes Buch wurde ein Bestseller und in 33 Sprachen übersetzt.
Buchtipp für Januar 2009. Dieser Titel ist in der Bibliothek PERUSCH zu entleihen.
K.C.
Verfasst von: perusch Am: 6. Januar 2009
Im Alter von 12 Jahren kam Lena Gorelik mit Eltern, Großmutter und Bruder als Kontingentflüchtling nach Deutschland, wo sie die erste Zeit in einem Aufnahmelager in beengten Verhältnissen lebte. Ohne deutsche Sprache unterschied sie die Schulfächer nach den Farben der Hefte, grün=Erdkunde…
Sehr schnell lebte sie sich ein, knüpfte Kontakte und beobachtete sehr genau, worin sich russisches Leben von deutschem unterscheidet. Da ist z.B. die überbesorgte Mutter, die mehrmals am Tag anruft, ob sie schon gegessen habe. Wann sie denn heiraten möchte und warum der jetzt 30jährige Bruder noch keine Freundin habe, er wird doch nicht…? – Da ist die vergessliche 87jährige Großmutter, die im Geiste in St-Petersburg bei ihren Freundinnen geblieben ist.
Andererseits wird sie wegen der russisch-jüdischen Herkunft auf Schritt und Tritt mit den deutschen Klischees über Russen und Israel konfrontiert. Das führt oft zu witzigen bis absurden Situationen, bei denen Anja –so der Name der Romanfigur- auch ihre unbequemen Standpunkte mutig vertritt.
Besonders berührend finde ich die Gegenüberstellung des neuen Alltagslebens mit den wehmütigen Erinnerungen an das glückliche Aufwachsen in Russland. So wird Anja zur Vermittlerin zwischen den russisch-jüdisch-deutschen Welten und den oft sehr unterschiedlichen Lebensplanungen, die das Verständnis oft schwer machen.
Die lebendige deutsche Ausdrucksweise macht das Lesen auch für diejenigen zum Vergnügen, die noch nicht so gut Deutsch sprechen. – Inzwischen hat Lena Gorelik ein Journalismus-Studium mit dem Schwerpunkt „Osteuropa“ abgeschlossen und zwei weitere Bücher veröffentlicht: „Hochzeit in Jerusalem“ erzählt von der Schwierigkeit eines jungen Mannes, der plötzlich erfährt, dass er aus einer jüdischen Familie stammt. So gerät er in einer Internet-Gesprächsrunde an Anja, die ihm bei seiner Suche nach einer jüdischen Identität hilft. Beide beschließen eine Reise nach Israel, der sich überraschenderweise auch Anjas ganze Familie anschließen möchte. Einer großen Zahl von Verwandten aus verschiedenen Ländern, die für Anja völlig unbekannt sind, entkommen Anja und Julian, indem sie israelisches Alltagsleben erforschen.
So gelingt es Lena Gorelik mit leichter Hand, auch oft schwere Probleme anzusprechen. Ihre dritte Veröffentlichung schildert eine Reise mit einem guten Freund, dem sie St. Petersburg mit seinen Menschen und seinen Sehenswürdigkeiten näherbringt.
Alle 3 Titel sind in der Bibliothek „PERUSCH“ ausleihbar.
BUCH -TIPP für FEBRUAR 2009
K.C.
Verfasst von: perusch Am: 5. Januar 2009
Die Geschehnisse in Gaza, die militärische Auseinandersetzung und die heftigen Proteste seitens der in Europa lebenden Muslime haben uns, den aus Osteuropa eingewanderten Jude n, eines deutlich vor Augen geführt: Wir sind nicht sicher hier! Auch hier nicht!
Obwohl in der deutschen Presse immer wieder betont wird, dass sämtliche Demonstrationen „äußerst friedlich“ verliefen, ist für uns die Botschaft klar: Brennende Israel-Fahnen, gehisste Hamas-Flaggen, „Tod-Israel Rufe“, ein aufgebrachter Mob, sind Vorzeichen, die in Deutschland niemand richtig zu deuten vermag, die aber trotzdem eine deutliche Sprache sprechen.
In Deutschland standen 500 Polizisten 4 000 Demonstranten gegenüber. Die einzig festgenommenen waren vier sogenannte „Anti-Deutsche“, die provoziert haben sollen. Die anderen durften unter dem Schutz der Polizei weiter marschieren und ihre hasserfüllten Parolen skandieren. In Berlin riefen Demonstranten dazu auf, alle Juden zu töten. Auch hier schritt die Polizei nicht ein. Die Meute wurde durch arabisch sprechende Anführer weiter angeheizt, niemand konnte sie also verstehen und wollte es wohl auch nicht.
Palästinensische Araber und Islamisten haben es dieser Tage geschafft, auch die als eher moderat geltenden Türken zu mobilisieren. So waren auch türkische Fahnen während der Demonstrationen gut sichtbar. Daneben sah man immer wieder auch Hisbollah – Banner und mit Palästinensertüchern vermummte Jugendliche, sowie als Selbstmordattentäter verkleidete Kinder.
Natürlich muss es in einer Demokratie erlaubt sein, auf sein Anliegen öffentlich aufmerksam zu machen, und selbstverständlich haben alle Volksgruppen das Recht, gegen Israel zu demonstrieren. Das Z eigen von Zeichen verbotener Organisationen, wie es die Hamas in Deutschland bspw. ist oder Aufstachelung zum Hass gehört nicht zu den demokratischen Rechten eines jeden Einzelnen.
Das Thema Gaza-Konflikt haben auch die gelangweilten deutschen Medien dankend aufgegriffen. Kaum ein Sender verzichtet auf ständige Berichterstattung aus dem Gaza-Streifen. Ein Ort, der kaum größer als Sylt ist, wird zum Interessensbrennpunkt der ganzen Welt hochstilisiert. Fast im Minutentakt sind neue Analysen auf den Seiten der deutschen Presse zu lesen. Auch die Spartenkanäle der ARD bringen einen Ticker, der den Zuschauer ständig über die Lage in Palästina auf den Laufenden hält. Es ist kaum möglich, dem zu entkommen.
Bemerkenswert ist auch, dass kaum ein Demonstrant und sogar viele Reporter und ausgewiesene Experten über den Konflikt Bescheid zu wissen scheinen. Ein Professor und ehemaliger Leiter des Orient-Instituts durfte in der Tagesschau Israel als Aggressor bezeichnen. Nahezu die gesamten Medien berichteten davon, dass Israel den Konflikt wegen der Sperrung von Gaza selbst zu vertreten habe. Eine eklatante Verdrehung der Fakten!
Als selbst die Kanzlerin dazu aufrief, Ursache und Wirkung nicht miteinander zu verwechseln, überreichte man ihr symbolisch eine Tasse mit palästinensischem Kinderblut.
Auf israelische Städte hageln Raketen nieder, zerstören Häuser und Existenzen, während man auf deutschen Straßen Juden in alter Manier für die Verbrechen der Welt verantwortlich macht. 100 000 Menschen haben sich diesen teils klar antisemitischen Demonstrationen in Europa angeschlossen. Zur gleichen Zeit sind wir, die wir im sicheren Deutschland leben, gezwungen, Kontakt mit unseren unter Beschuss stehenden Verwandten in Israel zu halten. Sie berichten uns, wie sie auf dem Weg zur Arbeit Schutz vor Kassam-Raketen suchen müssen. Wie sie in Schutzbunkern schlafen und wie verängstigt ihre Kinder und Enkelkinder sind.
Wie lange wird es dauern, bis der Mob Juden nicht mehr nur in Israel nach dem Leben trachtet, sondern auch hier in Deutschland? Immer wieder äußern Demonstranten überall auf der Welt den Wunsch, auch jüdische Einrichtungen „aufzusuchen“. Jüdische Einrichtungen, die ohnehin von der Polizei bewacht werden müssen. Erst vor wenigen Jahren planten Islamisten Anschläge auf die jüdischen Gemeinden Berlin und Düsseldorf.
Was hier nicht klappte, das hat in Mumbai funktioniert. Pakistanische Terroristen brachten Rabbi Gaviel und seine schwangere Ehefrau Rivkah Holtzberg bestialisch um, nachdem sie sie als Juden identifiziert und von anderen Geiseln getrennt hatten. Fast täglich werden jüdische Menschen in
Deutschland bedroht. Diese Drohungen erinnern uns als die dunkelsten Zeiten der deutschen Vergangenheit. Proteste der Medien sind kaum zu vernehmen.
Auch dass in Mumbai Juden gezielt ermordet worden sind, war nur im Nebensatz zu erfahren, falls überhaupt. Die Vertreter der „Religion des Friedens“, des Islams, haben es damals nicht für Nötig gehalten, für Frieden zu demonstrieren. Für die jüdischen Opfer von Mumbai ging niemand auf die Straßen, weder in Düsseldorf, noch in Paris.
Doch jetzt, nachdem die Hamas die Waffenruhe mit Israel gebrochen hat, das Land seit Monaten mit Raketen überzieht und Israel reagieren muss, sind Rufe nach Frieden zu vernehmen. Doch sie richten sich nicht an Terroristen von Hamas und ihre Unterstützer, sondern an Israel und die westliche Welt.
Ein unerträglicher Konflikt, der für uns Juden weitere Fragen aufwirft. Misst der Westen mit zweierlei Maß? Entspricht es tatsächlich dem westlichen Gerechtigkeitsempfinden, wenn der Kofferbomber von Köln zu Recht zu lebenslanger Haft verurteilt wird, nachdem sein Plan wegen handwerklicher Fehler nicht aufging, dutzende Menschen in die Luft zu sprengen. Gleichzeitig aber Verständnis für den hundertfachen Terror der Hamas gegen die Menschen in Israel gezeigt, als notwendig oder als wenig effizient bezeichnet wird?
Roman Gorbachov
Verfasst von: perusch Am: 3. Januar 2009
Bereits im 17.Jahrhundert gab es im heutigen Lübecker Stadtteil MOISLING eine kleine jüdische Siedlung. Die ersten Familien, die sich hier ansiedelten, waren aus dem damaligen Großreich POLEN-LITAUEN vor den Verfolgungen des Kosaken-Anführers CHMELNYZKYI (1595-1657) geflohen. Der Lübecker Bürgermeister wollte die Flüchtlinge gern aufnehmen, weil er hoffte, sie würden dieWirtschaft fördern. Aber er konnte sich gegen die Lübecker Bürgerschaft, welche die neuen jüdischen Zuwanderer nicht duldete, nicht durchsetzen. Schließlich wandte der Besitzer des Dorfes, der die Juden schützen und auf seinem Landgut aufnehmen wollte, einen Trick an: Er stellte sein Land Moisling unter dänische Verwaltung, denn Dänemark hatte keinerlei Bestimmungen gegen Juden erlassen. So waren die Flüchtlinge den Vorschriften des Lübecker Senats entzogen und durften erst einmal bleiben. Ihr Leben war sehr hart. Sie lebten nur vom Handel mit alten, gebrauchten Sachen, indem sie von Haus zu Haus zogen (Hausieren). Der Oberrabbiner von ALTONA (heute ein Stadtteil von Hamburg) war für ihre Gerichtsbarkeit zuständig.
Erst ab 1806 wurden die Moislinger Juden auch Lübecker Staatsangehörige, allerdings noch ohne geregelten Status als gleichberechtigte Bürger. Erst 1848, in den Zeiten des Umbruchs, wurde die Lübecker Verfassung modernisiert. Doch erst 1852 bekamen die ca 300 Familien der kleinen Gemeinde die volle wirtschaftliche und gesellschaftliche Gleichstellung. Sie konnten jetzt auch sog. Mischehen eingehen, also Partner mit anderer Religion, heiraten. Auch durften sie ihren Wohnsitz jetzt frei wählen und deshalb im Lübecker Stadtgebiet wohnen.
Rabbiner SALOMON CARLEBACH (1845-1919) begründete hier
Eine berühmte Rabbiner-Dynastie, die noch heute in Deutschland, Großbritannien, den USA und Israel vertreten ist.
Seit 1990 wächst die Jüdische Gemeinde durch Zuwanderung aus Osteuropa.
Literatur: Guttkuhn, Peter: Die Geschichte der Juden in Moisling und Lübeck. Dieser Titel ist in der Perusch-Bibliothek ausleihbar.
K.C.
Verfasst von: perusch Am: 3. Januar 2009
Diesen Roman über den Niedergang einer Lübecker Kaufmannsfamilie schrieb THOMAS MANN (1875-1955) um die Jahrhundertwende. Als er seinem Verleger SAMUEL FISCHER im Jahre 1900 das über 1000 Seiten dicke Manuskript schickte, war Fischer erschrocken. Er fürchtete, ein so umfangreiches Buch von einem damals unbekannten Autor würde sich nicht verkaufen lassen. Deshalb verlangte er eine Kurzfassung des Textes. Das lehnte der Autor natürlich ab und so kam es erst 1901 zu einer zweibändigen vollständigen Ausgabe. Das Buch gehört bis heute zu einem der meistgelesenen klassischen Romane.
Trotz vieler Figuren ist die Handlung klar gegliedert und deshalb nicht schwer zu verstehen:
Wir befinden uns im 19.Jahrhundert in der alten Hansestadt LÜBECK. Die Familie Buddenbrook ist hier durch Getreide-Handel reich geworden. Auch im politischen Leben, im Amt eines Senators, hat das Oberhaupt der Familie großen Einfluss und kann im Interesse der Kaufleute arbeiten. Der soziale Status ist für die Kinder des alten Konsulpaares Buddenbrook immer wichtiger als das persönliche Glück.
Die Söhne Thomas und Christian sollen ebenfalls erfolgreiche, disziplinierte Kaufleute werden. Tochter Tony muss einen Kaufmann aus ihrer Gesellschaftsschicht heiraten, damit das Vermögen der Familie vergrößert werden kann. Aber – Sie ahnen es schon –die Zeiten haben sich geändert! In der Politik muss sich der Senat mit den Forderungen der Arbeiter nach mehr Mitbestimmung und besserer Bezahlung auseinandersetzen. Eine Revolution erschüttert die Gesellschaft in ihrer bisher festen Ordnung. Mit der Familie und der Firma geht es bergab. Statt ihrer großen Liebe aus einfachen Verhältnissen fällt Tony auf einen Betrüger herein, der nur ihr Geld will. Der jüngere Bruder Christian kann sich der Firmen-Disziplin nicht unterwerfen und wird zur Belastung. Thomas ist der Einzige, der gegen die neue Zeit ankämpft und die Firma retten will. Sein Versuch, die alten Privilegien (Sonder-Rechte) und das Vermögen zu retten, gelingt nicht.
Diese Geschichte vom Aufstieg und Niedergang am Beispiel einer Großfamilie ist von HEINRICH BRELOER beeindruckend verfilmt worden. Breloer ist als Autor und Regisseur für seine Filme zur deutschen Geschichte mehrfach ausgezeichnet worden. Besonders sein Dokumentations-Drama “Die MANNS” (Biografie der Familie von Thomas Mann) hat ihn bekannt gemacht.
Der Film “BUDDENBROOKS” läuft jetzt im Kino, er wird aber auch im Laufe des Jahres im Fernsehen gezeigt werden.
K. Ch.
Verfasst von: perusch Am: 3. Januar 2009
Sehr geehrte Leser!
Hier ein Hinweis auf die derzeitigen Internet-Aktivitäten der Liberalen Jüdischen Gemeinde „Perusch“.
Wir bereiten derzeit einen stärkeren deutschen Internetauftritt vor, wenn Sie Lust und Zeit haben daran mitzuwirken, dann schreiben Sie uns!
Beste Grüße aus Oberhausen
Roman Gorbachov
Verfasst von: perusch Am: 2. Januar 2009
Max Breslauer lebt als Sohn eines erfolgreichen jüdischen Textilhändlers in Amsterdam ein bewegtes Leben zwischen Tradition und Verschwendung. Erst als er mit überhöhter Geschwindigkeit fast einen Verkehrsunfall mit einer chassidischen Familie verursacht, gerät sein Leben aus dem Gleis.
Auf der Couch seiner Psychoanalytikerin beginnt er endlich, den Konflikt mit seinem dominanten Vater, der das KZ überlebt hatte, aufzuarbeiten. Wie der rebellische Max und sein angepasster Bruder nach dem plötzlichen Tod des Vaters doch noch einen ganz eigenen Weg zu einem selbstbestimmten Leben finden, das ist voller Witz, Tempo und philosophischer Raffinesse brillant erzählt.
Autor: Leon de Winter wurde 1954 als Sohn einer orthodox jüdischen Familie in den Niederlanden geboren. Er schrieb Romane, Erzählungen, Drehbücher und Zeitschriftenartikel. Alle seine autobiografisch geprägten Figuren setzen sich existenziell mit ihrem Judentum und ihrer Sexualität auseinander. Humor und Tragik halten sich in seinen Texten die Waage. – De Winter beteiligt sich in der internationalen Presse engagiert an der Diskussion über den Islamismus und seine Auswirkungen auf Europa und den Staat Israel.